
Eine theatrale Recherche auf den Spuren Betroffener der NS-Eugenikverbrechen in Thüringen.
Kunstfest Weimar 2024 im Stellwerk Weimar





Die Inszenierung AUSRADIERT beim Kunstfest Weimar 2024 im Stellwerk Weimar, wurde für das Berliner Theatertreffen der Jugend nominiert!
Ausradiert ist eine Kooperation zwischen stellwerk junges theater, Lernort Weimar e.V., der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Kunstfest Weimar im Rahmen des Projektes „beredtes Schweigen“
Über den Ausmaßen der nationalsozialistischen Eugenikverbrechen hing lange ein Mantel des Schweigens und auch heute noch sind die Einzelheiten dieses Kapitels deutscher Geschichte wenigen bekannt: Über Jahre wurden hunderttausende kranke, unangepasste, geistig oder körperlich beeinträchtigte Menschen systematisch zwangssterilisiert oder ermordet – ermöglicht und durchgeführt in Krankenhäusern, Heil- und Pflegeanstalten, Gesundheitsämtern und Heimen.
Die Anerkennung der Opfer dieses Massenverbrechens als NS-Verfolgte wurde über Jahrzehnte verweigert, weswegen die Betroffenen auch als die ›vergessenen NS-Opfer‹ gelten.
Wir wollen uns erinnern! Gemeinsam mit einem Ensemble von jungen Erwachsenen wird das Theaterkollektiv projekt-il Lebenswege von Opfern dieser Zwangssterilisierung und NS-›Euthanasie‹ recherchieren sowie Tatorte und Täter benennen, um die Relevanz dieser teils vergessenen Geschichten in der Gegenwart zu zeigen und auf der Bühne sichtbar zu machen. Grundlage dafür bieten biografisches Material von Betroffenen sowie eine Graphic Novel der Künstlerin Anke Zapf. Mit eindrücklichen Bildprojektionen, die live gezeichnet werden, nähern sich die jungen Menschen in einer dokumentarischen Collage auf der Bühne des stellwerk respektvoll diesem wichtigen Thema an.
Das Projekt wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.
Alle Informationen zum Gesamtprojekt, den Recherchen und weiteren Veranstaltungen finden Ihr hier:
https://www.beredtes-schweigen.de

Ein trankulturelles Ausstellungs- und Performanceprojekt, welches seit 2021 kontinuierlich von dem KünstlerInnenkollektiv projekt-il realisiert wird.
Lebenslinien fließen um die Tische unserer Familien, sie beginnen oder enden dort – stumme Zeugen so mancher Geschichte. Vierzehn Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher künstlerischer Disziplinen aus Ägypten, Bosnien-Herzegowina, Costa Rica, Deutschland, Griechenland, Iran, Japan, Litauen, der Ukraine, Kirgisistan und Frankreich führen ihren Familientisch vor. Sie spüren den Bruchstellen, den geheimen Codes und offenen Flanken der familiären Verhandlung in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten nach. Der Familientisch als Repräsentant für den Alltag und den Festplatz einer Familie ist Lebenszentrum, Versammlungs- und Verhandlungsraum für soziale Prozesse, Rückblicke, Zukunftsszenarien sowie gemeinsame Träumereien. In vierzehn Videoinstallationen entsteht für das Publikum ein Kaleidoskop von Familie in Extremsituationen, die sich mit persönlichen Tragödien, Krieg, Migration, aber auch mit der globalen Pandemie beschäftigen. Der Zuschauer erlebt, wie Familien sich finden und wieder verlieren, Stimmen verstummen, der Familientisch verlassen oder absichtlich zerstört wird. Stühle bleiben leer und werden neu besetzt. In einer Zeit, in der alle Menschen auf dieser Welt die gleichen außergewöhnlichen Erfahrungen machen, sitzen wir an einem einzigen globalen Familientisch, der als biografische Bühne durch persönliche, soziale und kulturelle Eindrücke der letzten siebzig Jahre geprägt wurde.
Seit 2023 wird AT THE TABLE in einer Kooperation mit Lokstoff!-Theater im öffentlichen Raum Stuttgart realisiert.
AT THE TABLE wurde in Excideuil (Frankreich), bei Lokstoff! Theater im öffentlichen Raum Stuttgart, dem Theatermuseum Düsseldorf, im Spazju Kreattiv Valetta (Nationalmuseum Malta) sowie beim Düsseldorf Festival präsentiert und aufgeführt. Das Projekt wächst jährlich mit neuen Künstler*innen. Wir bedanken uns bei der Baden-Württemberg Stiftung, dem Kulturamt der Stadt Stuttgart, dem Innovationsfonds Kunst Baden-Württemberg, der Berthold Leibinger Stiftung, beim Fonds Darstellende Künste, dem Landesbüro Freie Darstellende Künste NRW, dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur NRW sowie dem Kulturamt der Stadt Düsseldorf, .
Mit: Amy Frega (Egypt) – Tarabeza Atsushi Watanabe (Japan) – Tell me your emotional scars Matts Johan Leenders (Germany) – Was bleibt Jasmina Musić (Bosnia Herzegovina) – Susret sa odsustvom Bernado San Rafael (Costa Rica) – La camisa Phaedra Pisimisi (Greece) – At the sea Keyvan Sarreshteh (Iran) – A sentence fragment Sander Kang De (Kyrgyzstan)- Family at the table Tomas Kildisius (Lithuania) – Picking red currants Anna Homan (Ukraine) – Empty space Mariia Hryshchenko (Ukraine) „Christmas at war“ Vladyslava Kolsnyk, Olga Melnyk, Zoia Volk Domaskina (Ukraine) – Ukranian Hygge Vladyslav Kalinichenko (Ukraine) – Trinity Alexander Steindorf (Germany) – Lost at home Aurélia Moynot (Frankreich) – The Shelter







Ein generationsübergreifendes Theaterprojekt über Zivilcourage und das Ringen miteinander zu reden / Uraufführung / Deutsches Nationaltheater Weimar
Wie gehen wir innerhalb einer Familie miteinander um, wenn wir die Welt anders sehen als unsere Verwandtschaft? Hören wir einander zu? Oder gehen wir in den aktiven Widerstand? Und was heißt das für unsere gesamte Gesellschaft, wenn sich in der Familie als kleinster sozialer Einheit unüberwindbare Gräben auftun? Wie lassen sich trotzdem Anknüpfungspunkte finden? Das Projekt bedient sich der immer wiederkehrenden Situation eines Familienfestes, in der neben allen möglichen auch immer wieder politische Themen an die Oberfläche dringen und von verschiedenen Generationen verhandelt werden. Im Sommer 2019 bildeten für dieses Inszenierungsprojekt 15 Menschen im Alter von 12-84 Jahren ein Bürger*innen-Ensemble. Sie interviewten in Stadtspiel-Aktionen und geselligen Runden in der Öffentlichkeit Menschen zu ihrer Sicht auf Deutschland und zu gegenwärtigen politischen Auseinandersetzungen. Es ging immer um die Verbindung zwischen dem Politischen und dem Privaten. Daraus ist ein gemeinsamer Theaterabend entstanden, bei dem Feste gefeiert und Kämpfe ausgetragen werden.
Es spielen: Lisa Augustinowski, Kathrin Carstens, Jürgen Fieber, Stine Fieber, Andreas Gelhard, Éva Grépály, Sven Hammerschmidt, Johann Koch, Eva-Maria Köhler, Kate Ledina, Ralf Lohmüller, Sulaiman Sohrab Salem, Sina Stolp, Anastasia Turcu, David Vogel
Kooperation mit dem Radio Lotte Weimar e.V





Deutschland. Ein Wintermärchen.
Nach Heinrich Heine – ein transkultureller Roadtrip durch die neue Heimat.
Eine Produktion der Bürgerbühne am Schauspielhaus Düsseldorf.
Heinrich Heine gilt als einer der berühmtesten Migranten Deutschlands. Von Zensur und Anfeindungen seiner Zeitgenossen vertrieben, lebt er 13 Jahre in Paris, bevor ihn die Sehnsucht nach dem Vaterland zurück über die Grenze treibt. Im Winter 1844 reist er mit gemischten Gefühlen durch seine alte Heimat. In Köln führt er ein Zwiegespräch mit dem Rhein, im Teutoburger Wald heult er mit den Wölfen, in Hamburg verspeist er eine Gans mit seiner Mutter, die ihm beim Essen ständig die falschen Fragen stellt.
… Die deutsche Seele hat am Anfang nur ein Zimmer mit elf Quadratmetern, aber sie ist sich sicher, am richtigen Ort zu sein. …
Über 150 Jahre später begeben sich heutige Expert*innen in Sachen Heimatlosigkeit, Exilant*innen und Migrant*innen aus acht verschiedenen Herkunftsländern, auf die Reise durch Heines Gedankenräume. Sie entdecken dabei ungeahnte Sichtweisen auf Deutschland und Heines Vision eines Europas, das Nationalismus und Engstirnigkeit zu überwinden sucht. Sie begegnen der bissigen Ironie Heines mit spielerischem Witz und gewinnen dem Blick auf die „Heimat“ neue Perspektiven ab. !Deutschland. Ein Wintermärchen ist ein Abend über den Sehnsuchtsort „Vaterland“, Rostbratwürste und die Ankunft in Deutschland in einer längst vergangenen Zeit, als die Deutschen mit Blumen an ihren Grenzen standen.
Mit
Ava Azadeh
Atena Bijad
Amy Tawfik Frega
Mortaza Husseini
Nawar Khadra
Rami Lazkani
Ulrich Linberg
Višnja Malešić
Prudence Mvemba Tsomo
Altan Ali Yilmaz
Konzept und Regie
projekt-il
(Bianca Künzel, Alexander Steindorf)
Bühne und Kostüm
Ria Papadopoulou
Musik
Matts Johan Leenders
Konzept und Dramaturgie
Dorle Trachternach
Video
Joris Schwarz
Licht
Michael Röther,
Thomas Wildhagen





Ein transkultureller Liebesreigen.
Eine Produktion der Bürgerbühne am Schauspielhaus Düsseldorf.
Für die Dauer einer Nacht kommen die Bewohner*innen eines Hauses wie in einem Reigen zusammen. Ein kurzer Blick auf die Klingelschilder genügt, um zu wissen, dass es sich um ein ganz normales Haus handelt, das in jeder Seitenstraße dieser Stadt zu finden ist. Hier wohnen Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Sozialisierung und Weltanschauung. Menschen, deren Heimat am Rhein liegt oder auch tausende Kilometer entfernt. Hier sind alle zu Hause und wohnen Wand an Wand, begegnen sich beim alltäglichen Gang zum Briefkasten oder im Fahrradkeller. Doch dieser lange Abend ist alles andere als normal. Es fängt mit einem kleinen Missverständnis an, geht mit großer Selbstverständlichkeit weiter und dreht sich am Ende um eine der ältesten Fragen der Welt. Ob sich die bisher nur flüchtig miteinander bekannten Nachbarn am nächsten Morgen noch in die Augen schauen können, wissen sie nicht. In dieser einen Nacht aber geht es nur darum, herauszufinden: Do you feel the same?





Eine theatrale Stadtführung durch Düsseldorf, auf der Suche nach den HeldInnen dieser Stadt und nach der Stadt als Heldin.
Eine Produktion des Jungen Schauspielhauses Düsseldorf.
Mit Bürgerinnen und Bürgern, Alltagsexpert*innen, Künstler*innen, Poesie, Musik, Tanz, Geschichten und Geschichte aus und über Düsseldorf. Für alle interessierten Neuankömmlinge und neugierigen Alteingesessenen der Stadt.
Von Oktober 2016 bis Juli 2017 startete einmal im Monat ein Bus der Rheinbahn mit 30 interessierten Menschen zu einer eineinhalbstündigen Tour durch verschiedene Stadtgebiete Düsseldorfs.
„Godspeed!“ orientiert sich an der typischen Heldenfahrt, auch Quest genannt, die jede*n Teilnehmer*in befähigt, die besonderen und hier auch überraschenden Attribute einer*s Heldin*en unserer Zeit zu sammeln. Die Taten einer*s Heldin*en in Mythen, Romanen und Filmen ereignen sich auf einer Heldenfahrt oder Heldenreise durch typische Situationsabfolgen, denen wir unsere Stadtführungen widmen.
»Held sein, eine Minute, eine Stunde lang, das ist leichter als in stillem Heroismus den Alltag tragen. Nehmt es nur auf euch, das Leben in diesem grauen, eintönigen Alltag, dieses Wirken, für das euch niemand lobt, dessen Heldentum niemand bemerkt, das in niemandem Interesse für euch erweckt; wer diesen grauen Alltag erträgt und dennoch dabei Mensch bleibt, der ist wahrhaft ein Held.





Ein Sehnsuchts-Theaterprojekt frei nach „Die Märchen vom Paradies“ von Kurt Schwitters und Käte Steinitz
Ausgezeichnet mit dem Integrationspreis der Stadt Düsseldorf 2016
Junges Schauspielhaus Düsseldorf
Man kann nur eins: Entweder zu Hause sein oder im Paradies. Beides geht nicht und ist noch keinem Menschen gelungen. Wenn du einmal drin bist, kommst du so bald nicht wieder heraus. So bekommt es der Junge Hans zu hören, als er auf der Suche nach seinem Paradiesvogel mit einem selbst gebastelten Drachen bis ins Paradies geflogen ist.
„Ich wünschte, das Glück wäre ein Gegenstand, den ich irgendwo gefunden und mit nach Hause genommen hätte.“
Das Künstler*innenkollektiv projekt-il begibt sich gemeinsam mit Düsseldorfer Bürger*innen und Noch-nicht-Bürger*innen, mit Geflüchteten und bereits Angekommenen auf die Suche nach den persönlichen Paradiesen und Sehnsuchtsorten der Menschen.
Ist das Leben woanders besser? Wo bin ich zu Hause? Was macht mich glücklich? „Garten Eden“ ist ein Projekt mit Menschen aus der Stadt, die aus unterschiedlichsten Kulturen stammen und nun in einem Land leben, in dem scheinbar Frieden und Wohlstand herrschen. Gemeinsam findet ein Austausch über Utopien, Träume und die großen Verheißungen und Verlockungen einer fremden Welt statt. Ein Austausch über jene Orte, zu welchen sie geflohen sind, an denen sie gestrandet sind, an die es sie irgendwie verschlagen hat, von denen sie schon immer träumten, von denen sie kamen, an die sie schon immer wollten oder an denen sie schon immer gelebt haben.
Teil der Konzeption ist ein Urban-Gardening-Projekt auf dem Vorplatz des Jungen Schauspielhauses, bei dem die Idee des „Garten Eden“ seit dem Frühjahr 2016 tatsächlich Gestalt angenommen hat.
Projektleitung / Regie
Bianca Künzel, Alexander Steindorf
Projektleitung / Dramaturgie
Dorle Trachternach
Ausstattung
Stefanie Dellmann
Musik
Matts Johan Leenders
Choreografie
Phaedra Pisimisi
Illustration
Max Fiedler

Mit
Farzad Ahmadi
Abdulgader Ail
Abdul Khaliq Alrawi
Joti Baggri, Amir Baghistany
Azim Behbudi
Carolina Braun
Martin Charosphour
Mohammad Fares Damlakhi
Jasmin Groos
Hamid Hesso
Ulrike Kempf
Rejoice Mhandu
Sami Nacir
Holali Oumata
Lisa Pohl
Rainer Sann
Adam Sawalha
Nazli Saremi
Friedhelm Schulte
Jeannette Sedjo
Akram Zarei
Persischer Chor Difi
Jodelklub Düsseldorf
Sänger*innen von
den Soulville-Jazzsingers
Canta B.



